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Improliga Rundbrief: 4. Quartal 2000

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ANLAGE 1 / EMSCHERBLUT

Im Laufe dieses Jahres bekam ich mal wieder die Verlängerungsaufforderung vom ITI (Internationales Theatersportinstitut), die - wie alle lizensierten Gruppen wissen - ja nun die Rechte von Keith Johnstone vertreten (was vorher über Loose Moose gelaufen ist).
Bisher war das alles recht locker und entspannt, aber in diesem Jahr wurde mir ein Wust von juristischen Fakten um die Ohren gehauen und es gab einige - wie ich finde - ärgerliche Neuerungen:
Das erste ist die Festlegung eines Minimums, was man - egal wie viel man spielt - zu zahlen hat (200$).
Das zweite ist die Erweiterung, dass für alle mögliche Johnstoneformate nochmals gezahlt werden muss (sprich: für jedes weitere Format noch mal 100$ Minimum).
Dies betrifft die Formate: Theatersport/ Micetro/ Gorilla/ Life Game. Wenn man alle Formate spielt kommt man auf die schlappe Summe von 500$. Dazu kommen noch 3% von allem Merchandising, alle Veröffentlichungen (auch Videos) müssen mit der Adresse ITI ausgestattet sein, die Merchandisingprodukte müssen ebenfalls damit ausgestattet werden und die Gesellschaft kann Zugang zu den Finanzbüchern fordern. Alles (!), was den "goodwill" für die Assoziation vermindert, kann zur Kündigung der Lizenz führen!
Das in Kürze:
Ich habe mich nun gefragt: was bekomme ich denn dafür als Gegenleistung von der ITI? Beim Loose Moose gab's wenigstens ab und zu einen Newsletter und Termine, wo man sich hätte für Festivals bewerben können.
Natürlich möchte ich auch das Werk und die Idee Johnstones anerkennen, aber andererseits gibt es so viele Varianten von den Spielen und selbst von der Art, ein Match zu gestalten (wir spielen z.B. teilweise nach französischem Muster), es werden immer neue Formate erfunden, miteinander kombiniert und es gibt Lehrer, die nicht alle Ideen patentieren lassen (z.B. Randy Dixon), dass ich mich frage, ob nur die Bezahlung für einen eingetragenen Begriff (wie Theatersport), so viel Geld wert sein darf. Auch das Argument, das Niveau der Gruppen muss damit überprüfbar sein und nur gute Gruppen bekommen die Lizenz, ist durch die große Anzahl der Gruppen nicht mehr leistbar und ich gehe davon aus, dass jede Gruppe soviel Eigensporn hat, gut zu spielen, dass ein bestimmtes Niveau gewährleistet ist.
Prinzipiell war das Bezahlen für mich eine Frage des "goodwill", um ein Netzwerk zu unterstützen und Keith als Autor einiger Ideen zu würdigen, aber rein rechtlich ist es die Frage, ob er in Deutschland diese Rechte überhaupt hat.
Letzen Endes konnte sich z.B. auch Marcel Marceau nicht die Techniken der Pantomime oder Pantomime als Kunstform insgesamt patentieren lassen. (Wer erfand übrigens das Kabarett? Ha, ha.)
Es ist daran zu erinnern, dass es zum Teil schon existierende Techniken aus dem Schauspielunterricht waren, die Keith kombinierte und das zeitgleich auch andere Leute Improtheater entwickelten (s. Leduc und Gravel für die Franzosen, Canadier, etc.). Impro sollte eine offene Theaterform sein, wo alle partizipieren und Ideen einbringen sollten und nicht jeder ängstlich seine Ideen für sich behält oder patentiert.
Auf Nachfrage in den USA kamen folgende Stimmen hierzu:
"Das Institut ignoriert die kreative Arbeit der Gruppen. So sollten wir für das zahlen, was wir vom Institut bekommen."
"Wir sollten nicht zahlen, da es eine sehr restriktive Vereinbarung ist. Nur wenn wir Keith sehr viel benutzen, müssen wir für den Namen (z.B.: Theatersport) bezahlen." "Die Gruppen in Vancouver spielen alle ohne Lizenz."
Dass das Thema brisant ist, zeigt sich daran, dass die Personen nicht genannt werden wollen, aber höchst interessiert waren, vom Verlauf der Diskussion in Deutschland zu hören, die ich hiermit hoffentlich in Gang gesetzt habe. (Vielleicht haben sie ja auch Angst vor dem Punkt der Vereinbarung, dass die Lizenz wegen allen Taten, die den "goodwill" trüben könnte, gekündigt werden kann.)

Bernd Witte

 

ANLAGE 2

Das alte Jahr ...
... beinahe 20 Auftritte, eine Show mit Fortsetzungsgeschichten und Szenen bis zu 20 Minuten, der Besuch auf der Meisterschaft in Nürnberg, tolle Match-Abende, wie der vom Publikum gefeierte gegen Äppler Express und und und. Der erhöhte Auftrittsrhythmus hat unserer Gruppe in Sachen Auftrittsroutine und -sicherheit gut getan. Außerdem ist es leichter, mal einen persönlich nicht so guten Abend wegzustecken, weil der nächste schon in Sicht ist.
Das neue Jahr ...
Im März präsentieren wir unser neues Showformat mit Szenen bis zu 30 Minuten, an dem wir noch wacker rumfeilen. Wir wollen uns verstärkt mit dem Musicalgenre befassen. Hannover 98 arbeitet dazu zum dritten Mal mit Rob aus Berlin zusammen. Meine Favoriten waren dabei ganz klar die Genres Oper und Musical. Unser Musiker konnte viele der Übungen aus den Wochenenden bei Rob in unseren nachfolgenden Proben wiederaufnehmen. Im Oktober haben wir mit den drei anderen Amateurgruppen einen Hannover-Cup geplant, auf dem erstmalig die hannoversche Gruppen gegeneinander spielen. (Einen Gruß an Ihmebraut, Kopflos, Improkokken!)
Wir freuen uns auf unsere neuen Matchpartner Drama Light und Emscherblut.
Wenn ihr noch Match-Partner sucht, wir freuen uns über jede Einladung! Kontakt:
Tina Wellmann, Telefon 0511-2134580

 

ANLAGE 3

Gorillas / Theatersport Berlin
Improvisationstheater
Christoph Jungmann
Käthe-Niederkirchner-Straße 3
10407 Berlin
Tel.: 030 - 42 80 52 63
Fax: 030 - 40 02 28 76
Mobil: 0175 414 88 81
e-mail: "fabjung@t-online.de"

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Tach! aus Berlin.
Wir sagen, wies ist: wir veranstalten im März (23. - 31.3.01) das 1. Internationale Berliner Improvisationsfestival. Puh, da ist ja doch ein bisschen Arbeit, merken wir gerade. Nu, aber schön auch.

Klar, bei so nem Festival, auch wenns international ist, sollen neben den eingeladenen Ensembles aus USA, Canada, Schweden, Österreich, Italien auch Gruppen aus dem Gastgeberland dabei sein, und wir haben lange gegrübelt, wen wollen wir denn, wen kennen wir denn, wen mögen wir denn besonders gern, und haben uns dann für Fastfood sowie Drama Light entschieden. War nicht einfach, aber es konnten, sollten eben nur zwei deutsche Gruppen sein, sonst isses ja nicht mehr international.

Wir Berliner sind ja immer gleich gerne n bisschen größenwahnsinnig, und so wird es 23 Veranstaltungen an acht Tagen in fünft Spielstätten geben ((das Festival-Info gibt's ab Ende Januar, schon früher was auf unserer side www.die-gorillas.de). Wir würden uns freuen, wenn Ihr in dieser Zeit nach Berlin kämt und Euch Festival-Veranstaltungen ansehen würdet. Ihr bekommt selbstverständlich Steuer- bzw. Kollegenkarten (wird nicht bei allen Veranstaltungen klappen, aber bei vielen). Außerdem bieten wir einen Workshop für alle (nicht am Festival teilnehmenden) Improspielerinnen und Improspieler an, und zwar bei Randy Dixon von den unexpected productions (Seattle/USA). Wir von den Gorillas haben schon dreimal intensiv mit Randy gearbeitet und können nur sagen: es lohnt sich. Randy ist ein Schüler des in den USA fast ein bisschen legendären Del Close und macht seit über 15 Jahren Improtheater.
Kosten: 150.- DM für 2 x 5 Stunden.
Zeit: 24.3./25.3., jeweils 11 - 17 Uhr (eine Stunde Pause).
Infos/Anmeldungen über eine der oben zahlreich angepriesenen Möglichkeiten der modernen Kommunikationstechnik.

Schöne Grüße

 

ANLAGE 4 / Nachricht

Hallo Bernd,
ich weiß, es ist ein bisschen früh für den Rundbrief, aber ich habe gerade Zeit meine Überlegungen niederzuschreiben. Es geht um die Deutschen Meisterschaften im Theatersport, nicht um die bereits Vergangenen sondern um die Zukünftigen. Es handelt sich um einen Vorschlag zur Handhabung der Qualifikationsmodalitäten zur Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften.

Hallo ihr Alle!!
Die letzten Deutschen Meisterschaften haben mal wieder gezeigt, wie schön es sein kann, wenn viele Improgruppen aufeinandertreffen und sich austauschen können. Der Wunsch solch eine Veranstaltung regelmäßig zu organisieren wurde mehrfach geäußert. Nun haben wir alle mehr oder minder mitbekommen welch organisatorischer Großaufwand nötig war, um die Qualifikationsrunden durchzuführen. Ganz abgesehen von den Enttäuschungen und Querelen, die damit verbunden waren.
Deshalb möchte ich hier an dieser Stelle einen Qualifikationsmodus vorschlagen, der die ganze Sache vielleicht vereinfacht.

Qualifikationsmodus
Alle Endrunden-Teilnehmer der letzten Deutschen Meisterschaft erhalten für die nächsten Meisterschaften auch einen Endrundenplatz, den sie allerdings verteidigen müssen.

Jeder ehemalige Endrunden-Teilnehmer kann insgesamt 3x von beliebigen deutschsprachigen Improgruppen herausgefordert werden. Sollte die Mannschaft gewinnen, die herausgefordert hat, bekommt sie den Endrundenplatz und kann nicht mehr von anderen Mannschaften herausgefordert werden. Auch eine Rückherausforderung des Besiegten ist nicht möglich.

Gewinnt der ehemalige Endrunden-Teilnehmer kann er von einer weiteren Mannschaft herausgefordert werden. Sollte er auch dieses Match gewinnen, kann er noch ein drittes und letzes Mal herausgefordert werden. Spätestens nach dem dritten Sieg ist der ehemalige Endrunden-Teilnehmer auch der neue Endrunden-Teilnehmer.

Für diese Qualifikationsrunde wird ein Zeitraum festgelegt. Ein Beispiel: Angenommen 2002 findet eine Meisterschaft statt, dann könnte man als Qualifikationszeitraum das Jahr 2001 nehmen. Wird ein ehemaliger Endrunden-Teilnehmer nicht herausgefordert behält er seinen Endrundenplatz.

Zusätzlich gibt es 2 wild cards, die unter alle deutschsprachigen Improgruppen, die sich bei den Meisterschaften bewerben, verlost werden.
Tja, soweit, so gut. Nun bin ich auf Eure Reaktionen, Meinungen und Kommentare gespannt.

Gruß Knut
Knut Kalbertodt
K.U.K. Theater / Ruhrtownrats / Vereinigte Neue Missgunst
Pieperstr. 40
44789 Bochum
Telefon: 0234/3254759 01727065457
Fax: 0234/3254759

 

Honigbrot

Das "Theater im Bahnhof" aus Graz (TiB) (Rupert M. Lehofer, Guntram Suppan, Martina Zinner) zeigte uns eine Folge ihrer Serie "Honigbrot".
Die Episoden handeln vom Leben eines schwulen Pärchens, die sich eine Grazer Wohnung teilen. Manfred Talbonat, ein Grazer Kellner, und Heinz Schuster, Werbegrafiker aus Gammlitz in der Südsteiermark sind die Hauptpersonen. Nicht zu vergessen: Doro, die Dritte im Bunde. Sie kann man getrost auch noch zu diesem Personenkreis zählen, denn sie geht in der Wohnung der Beiden ständig ein und aus. Doro bewohnt das Quartier über Manfred und Heinz. Sie ist Künstlerin; genauer gesagt Malerin und ihre Spezialität sind "Männer in Öl".
Die gezeigte Folge erhielt vom Publikum den Titel "Immer auf die Kleinen". In szenischen Abläufen wurde dann die dazu passende Handlung improvisiert: Heinz sitzt am Tisch und betrinkt sich mit Weißwein. Manfred kommt hinzu und sieht ihn vorwurfsvoll an: "Heinz, es ist Sonntag Vormittag, 10.00 Uhr. Du trinkst und mir ist fad." Er ordnet die Kissen auf dem Sofa, zupft die Blumen in der Vase zurecht ... Im Laufe des Gesprächs stellt sich heraus, das Heinz jemand anderen kennengelernt hat: Christopher, einen temperamentvollen Südländer.
An dieser Stelle unterbrechen die Akteure die Szene. Sie erklären dem Publikum, dass sie nun eben auf der Suche nach jenem Christopher sind und bitten jemanden aus deren Reihe, die Rolle zu übernehmen.
Christopher alias Holger (von Emscherblut) ist nicht gerade der südländische Typ. Das bemerkt sogleich auch Manfred, als sie sofort wieder in ihrer Rolle weiterspielen. Dadurch, dass Heinz nun Christopher mit in die gemeinsame Wohnung bringt, ist Manfred derart enttäuscht, dass er seine Palme mitnimmt und auszieht.

Nun ist der Weg frei für Christopher und er kann nun zu Heinz in die Wohnung ziehen. Doro gefällt die ganze Sache nicht. Sie reagiert auf Christopher äußerst zickig und kühl. Derweil im Park sitzt nun Manfred tieftraurig mit seiner Palme. Er tröstet sich, indem er sich einredet, es sei Sommer und wenigstens müsse er nun nicht frieren. Da läuft ihm Doro über den Weg und gemeinsam singen sie ein Duett, in dem sie ihre aktuelle Situation beschreiben.

Später in der Wohnung mit Heinz und Christopher. Er macht Ordnung; rückt das Sofa zurecht, klopft die Kissen aus, zupft die Blumen auf dem Tisch zurecht, streicht die Tischdecke glatt ... Heinz sitzt am Tisch. Fassungslos und ohne Worte beobachtet er die Tätigkeiten von Christopher. Jetzt erkennt Heinz, dass sich mit Christopher die gleiche Geschichte wiederholt, wie mit Manfred.

Dann kommt es zum Showdown mit allen Beteiligten. Manfred stürmt mit vorgehaltener Waffe in die Wohnung und fordert Heinz auf, Christopher auszuliefern. Heinz, dem mittlerweile klar ist, was er an Manfred hat, stellt sich nun nicht schützend vor Christopher, sondern hinter ihn. Der verlässt daraufhin die Wohnung. Heinz und Manfred kommen wieder zusammen. Das ist auch im Sinne von Doro und die knapp einstündige Vorstellung ist damit beendet.

Seit 1998 fügten die TiB'ler in ihrem Theater jeden Samstag neue Folgen hinzu. Lorenz Kabas, der Initiator von Honigbrot teilte und gegenüber mit, dass die Serie vom Publikum gut angenommen wurde und sich im Laufe der zeit ein großes Stammpublikum herausgebildet habe, dessen Größenordnung sich bei etwa der Hälfte der ca. 70 Zuschauer pro Vorstellung bewegte, und die fast keine Folge ausließen. Honigbrot ist seit Kurzem auch in Wien zu sehen.

Oliver

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»Impuls-Theater-Verlag – die Theater-Raumstation im WWW«
Impuls-Theater-Verlag
28. August 2014, 05:19 Uhr
info@theaterverlag.eu
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