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Impro-mini-Workshop: Einstieg

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Wahrnehmung und Kontakt

"Nur wer seine Sinne genau kennt, weiß wie nützlich sie sein können. Sinne schützen uns vor Gefahren, helfen uns jedoch mit unseren Mitmenschen in Kontakt zu treten - oder auch nicht."

Impulsgehen

Die genaue Wahrnehmung der Spieler ist eine grundlegende Voraussetzung für ein reibungsloses Zusammenspiel ohne Vorabsprachen. Jeder Spieler ist ein Teil der Gruppe. Ein ständiger Wechsel von "Initiative abgeben" und "Initiative übernehmen" macht das Team zu einem organischen Ganzen. Die folgende Impulsübung soll uns genau dieses Gefühl vermitteln.

Alle gehen im Raum umher Konzentration auf guten Bodenkontakt Konzentration auf guten Augenkontakt Augen weit geöffnet Freiräume füllen.
Um Routine zu vermeiden, hört genau hin und wechselt auch einmal das Tempo und die Dynamik.
Auf Klatschen des Spielleiters bleiben alle bis auf Spieler A stehen - kein Einfrieren, eher ein entspanntes Stehen. Er gibt den Impuls weiter, indem er vor einem Mitspieler stehen bleibt, der dann losgeht. Immer nur ein Spieler geht.

Der Impulsträger kann auch einfach nur stehen bleiben. Ein anderer Spieler muss dann sofort losgehen. Aber immer nur ein Spieler geht! Beide Optionen sind möglich.

Jeder Spieler kann jetzt auch losgehen, so dass der Impulsträger sofort stehen bleiben muss. Immer nur ein Spieler geht Alle drei Optionen sind möglich.

Doch vergesst nicht:
Ihr seid ein Team - arbeitet miteinander, nicht gegeneinander!

Und? Wie war's?

Sinnesspaziergang

Paarübung, Jedes Teilnehrnerpaar wählt ein Sinnesorgan aus, auf das es sich in der nun folgenden Übung konzentriert - z.B. die Wahrnehmung mit dem Geruchssinn, dem Gehör oder etwas schwieriger, dem Geschmackssinn. Die ganze Gruppe begibt sich hinaus auf die Strapse, um für ca. 3 bis 5 Minuten einen kleinen Spaziergang zu machen. Nach der Rückkehr beschreiben einzelne Teilnehmer ihre spezifische Wahrnehmung auf dem Spaziergang. Achtet auch auf zeitgleiche Ereignisse aus verschiedenen Sinnesperspektsven. Wo entdecken wir neue Aspekte und Möglichkeiten der sinnlichen Wahrnehmung unserer Umwelt?

Ideenflut

Stellt euch im Kreis auf, so dass ihr euch gegenseitig sehen könnt Mit einer Handbewegung wirft A einem Mitspieler B einen beliebigen Begriff zu. B assoziiert dazu Bilder, Töne, sinnliche Wahrnehmungen und Situationen, die er versucht sprachlich zu beschreiben. Die Sprache muss hierbei nicht perfekt sein; Ziel soll sein, den Rausch der assoziierten Wahrnehmungen so gut als möglich nach außen zu vermitteln. Die Assoziationen können auch zusammenhanglos sein, müssen keine Geschichte vermitteln. Lasst euch von der Flut euerer Ideen überrollen.

Und? Was bringt dieses wirre Zeug?

Assotiationswippe

Unser Gehirn ist mühelos in der Lage Ideen und Assoziationen zu produzieren, wenn man ohne Selbstzensur auf Eindrücke reagiert.

Die folgende Übung soll zeigen, dass es dazu keines bewussten "Überlegens" oder "Nachdenkens" bedarf. Beinahe automatisch kann es auf eben gehörte Begriffe assoziieren.

  1. Einpendeln
  2. Zuhören
  3. Wort
  4. Kette

Kontextsehen

Ein großer Anteil unser Assoziationen wird angeregt durch optische Eindrücke. Das bedeutet, dass das was wir sehen, sehr stark die Interpretation und Beurteilung unserer Umwelt bestimmt Um diesen Vorgang der "ersten optischen Wahrnehmung" etwas genauer unter die Lupe zu nehmen und für unsere Improvisationen zu nutzen, machen wir folgende klassische Übung von Keith Johnstone.

Paarübung. A und B stehen sich gegenüber. A macht B ein gestisches Angebot, d.h. eine beliebige eingefrorene Körperhaltung. Achtet bitte darauf, dass ihr immer direkt in diese Körperhaltung einsteigt und sie nicht aus einer Aktion heraus entwickelt.

B betrachtet dieses gestische Angebot und beantwortet für sich selbst folgende drei Fragen:

  • Wo befindet sich die Person?
  • Wer ist diese Person?
  • Was geschieht da?

Lasst euch bei der Beantwortung der Fragen etwas Zeit und folgt eurer Intuition. Es geht nicht darum zu erraten was A angeboten hat. Ihr sollt die Antworten für euch selbst entscheiden.

Und? Was hab' ich jetzt davon?

Switch

Das Phänomen des Körpergedächtnis ermöglicht es Assoziationen und Bilder noch viel mehr aus uns selbst, aus unserem Innenbild zu schöpfen. Hier sind es weniger die Sinneseindrücke von außen, sondern eher das "Hineinspüren", das uns kreativ werden lässt. Wir machen dazu folgende Übung.

Paarübung. Wie schon bei der Übung "ocean of ideas" stehen sich A und B gegenüber. A macht B ein gestisches Angebot, d.h. eine beliebige eingefrorene Körperhaltung. Achtet bitte darauf, dass ihr immer direkt in diese Körperhaltung einsteigt und sie nicht aus einer Aktion heraus entwickelt.
B wirft nur einen kurzen Blick auf dieses körperliche Angebot, geht zu A, tippt A auf die Schulter und übernimmt genau die gleiche Körperhaltung.
B verlässt das gestische Angebot

Nun beantwortet sich B aus dieser Haltung heraus wieder folgende drei Fragen:

  • Wo befinde ich mich?
  • Wer bin ich?
  • Was geschieht hier?

A hat inzwischen die Gelegenheit das eigene Angebot von außen zu betrachten, um sich ebenfalls die drei Fragen: Wo? Wer? und Was? zu beantworten. Lasst euch bei der Beantwortung der Fragen etwas Zeit und folgt eurer Intuition. Es geht nicht darum zu erraten, was A ursprünglich angeboten hat. Ihr sollt beide die Antworten für euch selbst entscheiden. Habt ihr alle drei Fragen beantwortet, so sagt ihr laut "Danke!". Wenn beide sich bedankt haben, macht nun B ein gestisches Angebot und A übernimmt diese Körperhaltung.

Wichtig ist: auch wenn ihr vor Neugierde platzt, tausch euch nicht darüber aus was ihr angeboten, bzw. gesehen habt. Das ist hier völlig nebensächlich. Denkt daran, es geht darum dass ihr zu einem Bild den Kontext, das Wo-Wer-Was erfindet.

Und? Was ist denn da anders?

Ich weiß nicht was...

Sich auf einen Partner bedingungslos einzulassen, schafft eine Möglichkeit über seine eigene Selbstzensur hinwegzukommen. Man gibt die Initiative, die "Verantwortung", für eine Weile ab und unterstützt den Partner in dem was er tut. Als derjenige, der die Initiative, die "Verantwortung" innehat, spürt man die Freiheit, die Unterstützung alles tun zu können, was einem in den Sinn kommt.

Paarübung. A und B stehen nebeneinander. A ruft laut in Richtung "Zuschauer": "Ich weiß nicht was ich tue, aber es ist OK!. Dann führt A eine beliebige Aktion aus - Bewegung und Sound. B ruft laut in Richtung "Zuschauer": "Jaaaaaaaaaa!" und kopiert dann die von A ausgeführte Aktion. Dann das Ganze umgekehrt: B beginnt und A unterstützt.

Wichtig: Vergesst nicht die beiden Sätze laut zu rufen. Sie geben Euch die Generalabsolution alles tun zu dürfen! Nicht denken! Nicht denken! Tut es einfach.

Und? War es schwierig, sich auf andere einzulassen?

Ja-sagen

Ja-sagen ist unheimlich, gefährlich, verdächtig - wir sind es gewohnt, reflexartig erst einmal abzublocken, innerlich nein zu sagen. Im Team ist es wichtig, rückhaltlos zu den Ideen der Mitspieler erst einmal ja zu sagen, neugierig zu sein was sie anzubieten haben. Dass Ja-Sagen in einer Gruppe auch sehr viel Spaß machen kann, und dort eine ganz eigene Dynamik entwickelt, zeigt die folgende Übung.

Und? Was bringt das?

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»Von Könnern für Könner – Impuls-Theater-Verlag«
Impuls-Theater-Verlag
22. November 2017, 13:42 Uhr
info@theaterverlag.eu
http://theaterverlag.eu/27.Impro-Workshop.html?lc%5Bshow%5D=einstieg&PHPSESSID=d9e7a7c2cb025288b138fff8a8582fd3
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