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Improliga Rundbrief: 2. Quartal 1998

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Brief von Emscherblut

Ich möchte eine offene Diskussion starten (ähnlich und im gleichen Zusammenhang wie nach der Dt. Meisterschaft).

Es geht um die Bewertungsmöglichkeiten bei einem Match und vor allem um die Rolle des Schiedsrichters.
Wenn wir nicht nach und nach alle Spielformen vermischen wollen, sollten sie sich deutlich voneinander unterscheiden. D.h., daß z.B.: die Bewertung und der Rahmen bei einem "Maestro" anders sein sollte, als bei einem Match. So finde ich den Rahmen bei einem Maestro mit Sidecoaches, dem Ziehen der Spielernummern und dem anschließenden Abstimmen durch ein Applausometer (ohne Schwämme und Rosen werfen) recht optimal.

Matchs als Spielform des Theatersports sollten sich davon unterscheiden, indem sie den Sportaspekt in den Vordergrund rücken und wie beim Sport sollte es dann auch Regelwerk und Bewertungen geben. (Wenn man diese Bewertungen rausnehmen will, weil sie zu viel Streß machen, dann gibt es genügend andere Spielformen, die auch interessant sind und wo wir erst gar nicht so tun müssen, als ob wir konkurrieren: z.B.: Sessions, Offene Bühne, Freeze tag, etc.).
Andererseits kann ein bißchen Herausforderung durchaus auch ein positiver Streß sein, der zu neuen Leistungen führt. Für mich stellen dabei der Conferencier und der Schiri den Rahmen, um einen optimalen Spielverlauf zu gewährleisten, d.h. die Spieler zu entlasten, indem sie entsprechende Überleitungen und Einleitungen finden (Conferencier) und Spiele erklären und über die Bewertung dem Publikum Grundregeln sichtbar machen und Möglichkeiten aufzeigen (Schiri).

Nun passiert gerade dieser letzte Punkt immer weniger. Meistens ist der Schiri eine besonders absurde und komische Figur und zeichnet sich dadurch aus, daß er möglichst lustige Bewertungsbegründungen von sich gibt, die oft gar nicht dem Spiel helfen, sondern vor allem dazu dienen, die Besonderheiten seiner Figur herauszustellen. Dabei und dadurch wirken die Bewertungen oft absurd und willkürlich (was sie ja manchmal auch bewußt sind).

Dies läßt aber die Punktevergabe selber absurd und bedeutungslos werden, und zwar sowohl die des Schiris, als auch die des Publikums, das sich dann nicht mehr ernst genommen fühlt, wenn es selber abstimmen soll.
Deshalb meine ich, daß der Schiri eine möglichst funktionale und klare Figur sein sollte und das Spielen doch den Spielern überlassen sollte: nicht der Rahmen ist lustig, sondern die Spieler auf der Bühne!

Wenn, dann hat er die Aufgabe, seinen eigentlichen Job ernster zu nehmen, und da mangelt es nämlich dann fast immer, daß hier die Konzentration auf der Spielgestaltung und -leitung liegt, nämlich die letzte Minute zurufen (oder gar die Hupe zu betätigen. Ist dies in letzter Zeit jemals irgendwo vorgekommen?). Das erfordert nämlich wirklich Mut! Ebenso das Setzen von Schnitten oder Einfordern neuer (zusätzlicher) Vorgaben (im Sinne eines guten Sidecoachings) bei laufendem Spiel.
Dadurch kann er neue Möglichkeiten aufzeigen und auch durch die Vorgaben (bei den gemischten) den Geschmack des Publikums bilden (es gibt eben noch andere Vorgaben außer Sauna).
Und in diesem Sinne bin ich auch für die Punktbewertung mit Minuspunkten (zu den Plusputikten), weil nur über sie kann ich klar machen, wann es Fouls gibt (im Sinne von Rollenverweigerung, Nichtbeachten des Themas, etc.). Sonst entsteht immer der Eiertanz, daß ich, bei nur positiver Bewertung, der Gegenmannschaft Pluspunkte geben muß (weil die Funktion, daß der Schiri nur Zusatzpunkte vergibt, nicht klar genug rüberkommt).
An dieser Stelle können wir ruhig vom Sport lernen und uns da die Rolle des Schiris anschauen.

Man braucht dazu auch gar keine besondere Rolle eines besonders scharfen oder griesgrämigen Schiris aufbauen. Das lenkt nur vom Spiel und der Aussage des Schiris ab, weil das Publikum dann denkt, er gibt die Punkte nur wegen seiner Griesgrämigkeit. Nein, es ist einfach seine Aufgabe das Spiel zu bewerten, - mehr nicht - aber auch nicht weniger. Und ich glaube, daß dieses mehr nicht und nicht weniger – ziemlich schwierig zu verwirklichen ist.

Soweit meine Gedanken hierzu und ich hoffe auf Resonanz!

Schöne Ferien!

Bernd Witte

 

Brief von TmbH - Theater mit beschränkter Hoffnung

Tief im Süden ... wird weiterhin begeistert Improtheater gespielt:

Jetzt, während des Sommersemesters, treten wir wieder regelmäßig im K9/Paulskirche in Konstanz auf, das ein paar von Euch schon kennen. Der nächste Auftritt ist für den 1.7.98 vorgesehen.
An unserer Zeitplanung ist zu erkennen, daß wir als Gruppe von Studenten vor fünf Jahren angefangen haben. Inzwischen befinden sich die meisten von uns im letzten Abschnitt ihrer Ausbildung, andere haben gerade angefangen. Aber auch unseren vier Referendaren ist es gelungen zumindest in der Nähe von Konstanz zu bleiben, so daß sich TmbH zur Zeit aus Leuten mit langer, mittelfristiger und kurzfristiger Iniprotheatervergangenheit zusammensetzt. Das fällt aber weiter nicht auf, da die Leute aus der Anfangszeit ihre Lieblingsszenen so oft erzählen. bis es jedem so vorkommt, als habe er sie selbst miterlebt.

Als Innovation haben wir "TmbH - Der Klub" eingeführt: Mitglieder bekommen bei uns verbilligten Eintritt und können theoretisch einen Platz in unserem Tourneebus reservieren. Bei jedem Auftritt öffnen wir in der Pause unseren Stand, an dem Autogramme, TmbH-T-Shirts und andere notwendige Accessoires erstanden werden können. Der Klub gibt uns außerdem die Möglichkeit, bei den Auftritten "Briefe von unseren Fans" vorzulesen.

Außerdem ist wieder einmal ein Fest - TmbH und Freunde – geplant: Am See sitzen, ein bißchen feiern und ein Auftritt im kleinen Rahmen. Es hat sich gezeigt, daß bei einer solchen Gelegenheit die Experimentierfreudigkeit und Risikobereitschaft der Spieler, des Publikums und des Moderators, der letztes Mal erstmals seinen Strecksprung zeigte, bemerkenswert ansteigt. Außerdem spielt unser Musiker Stefan bei solchen Sessions neben dem obligatorischen Blues unsere Lieblingssongs, so daß irgendwann jeder wenigstens ein bißchen singt!?

Bei den Auftritten variieren wir zur Zeit: meistens Duell, aber auch immer wieder gern Show, da wir die etwas andere Spielatmosphäre, die dabei entsteht, schätzen, wobei wir, wenn wir diesen Rahmen wählen, verstärkt auf Publikumsspiele setzen.
Unabhängig vom Auftrittsmodus spielen wir immer mit Moderation. Weiter verteilen wir stets Rosen und Schwämme an unser inzwischen bunt gemischtes Publikum. Darüber hinaus setzen wir Punkte, einen Schiri und/oder Assistent/-in ein.

Da wir eine hohe Quote an "Wiederholungstätern" im Publikum haben, ist es unser erklärtes Ziel bei jedem Auftritt unserem Stammpublikum neue Spiele zu bieten, weshalb wir uns auch immer über neue Spielideen freuen, wie z.B. das Drei-Minuten-Spiel. Für den letzten Auftritt haben wir die BRAVO-Foto-Love-Story mit Fortsetzung entwickelt (ein Erzähler für die kurze Einführung und die Überleitungen sowie Spieler, die Bild für Bild die Geschichte spielen - eine Mischung aus Typewriter und Dia-Show).

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»Impuls-Theater-Verlag – Unterhaltung für Fortgeschrittene«
Impuls-Theater-Verlag
22. November 2017, 23:03 Uhr
info@theaterverlag.eu
http://theaterverlag.eu/34.Improliga_Rundbrief.html?lc%5Bitem%5D=1998-2&PHPSESSID=387e1d86c8c80a2ebe9022f9bda54a01
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