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Improliga Rundbrief: 2. Quartal 2000

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ANLAGE 1 / EMSCHERBLUT

Zuerst haben wir in diesem Frühjahr unsere Kontakte zur französischen LIFY weiter ausgebaut und gepflegt und hatten für zwei Tage 4 Spieler eingeladen, um im Rahmen eines dt.-franz. Kulturaustausches zu spielen. (Es kamen zwei Spieler aus Marcq-en-Baroeul, 1 aus Paris und ein Ersatzspieler aus Belgien).
Am ersten Tag machten wir eine Session, die wirklich sehr gut war und am 2. Tag ein Match, was auch gut lief (ohne Konkurrenz, aber ein bißchen müder unsererseits - und weniger gut besucht seitens der Zuschauer) Wir spielten vor allem offene Impros und "Im Stil von..."

Es hat viel Spaß gemacht und wir werden den Kontakt fortsetzen.

Der zweite Höhepunkt des Jahres war natürlich die Dt. Meisterschaft und hier möchte ich mich den Kollegen aus den folgenden Briefen anschließen:
ein großes Lob für die gelungene Organisation (bei der Ausführung), aber auch bei der Planung, da die verschiedenen Kategorien (Match, Langform, Champion etc. den Druck deutlich herausgenommen, und das Festival bunt und vielfältig gemacht haben.
Auch die Zuschauer konnten sehr verschiedene Aufführungen sehen.
Daß die Matchs darüber hinaus entspannt verliefen, lag meiner Meinung nach auch daran, daß die daran teilnehmenden Mannschaften sich nun wirklich schon sehr lange kennen und sehr oft schon miteinander gematcht haben; alle befanden sich (zumindest von Anspruch und Zielsetzung her gesehen) auf einem ähnlichen Level und so brauchte niemand etwas "zu reißen".

Leider waren beim Symposion wenig Spieler und für alle die anderen, aber auch die, die gar nicht nach Nürnberg kommen konnten hier eine interessante, sehr treffende Geschichte, von Susanne. die ihr Referat damit einleitete:

"Das Dogma der Geschichte" oder "Es war einmal ein spielbegeisterter Improspielei":

**** Es war einmal ein Schauspieler, der hatte schon viel von der Welt gesehen und sich auf allerlei Bühnen getummelt. Doch eines Tages sah er etwas, das machte seine Augen groß und rund und ließ sein Herz schneller klopfen: lrnpro! Uind er war so begeistert, daß er beschloss, das zu probieren, denn er hatte einen Freund: das Publikum.
Das Publikum half kräftig und warf ihm die schönsten Vorschläge an den Kopf... als da waren: Hammer, Metzger, Toilette etc. Er freute sich über jeden Vorschlag.
So gingen die Jahre ins Land und es kam ihm zu Ohren, daß es noch bessere, schönere, begabtere lmprospieler gibt, die noch mehr Spaß haben sollten als er, denn sie hätten Geschichten.
Und er begab sich auf die Suche, durchquerte Länder, las Bücher und fragte jeden: Sag Bruder, sprich Schwester, wie spielst du Impro? Und jeder der Münchener, Frankfurter, Dortmunder, Hamburger etc. alle antworteten: "Ich? Ich spiele Geschichten!" Unser Spieler hatte tun ein Geheimnis, ja einen großen Kummer und er konnte mit keinem darüber reden: Er war sich nicht sicher, was ist eine Geschichte - und da alle sagten: sie spielten ernsthaft, authentisch, wahrhaftig, spielte er ab da nur noch ernste Geschichten. Oft traurig, oft sehr lang und manchmal langweilig und er las noch mehr Bücher und er schrieb Konzepte und er studierte Charaktere und am Ende dachte er bei sich "ja, nun ist es gut, jetzt kann ich Geschichten machen!" Und stolz und mit schwerem Kopf - denn er war ja bis oben hin voll mit Ideen und Konzepten - betrat er die Bühne und schauspielerte.
Und das Publikum hatte das Gefühl, im Theater zu sein. Und wenn es nicht eines Tages weggeblieben wäre, dann würde es immer noch hoffen,wieder von seinem Improspieler einbezogen zu werden und den Zauber einer anarchistischen, spontanen, chaotischen und wilden lmproszene zu sehen. ****

Desweiteren gab es Referate über das "französische System": Entstehung, Organisation, Unterschiede, Vor- und Nachteile - und über Spielerfahrungen mit den Gruppen von Bernd Witte; außerdem einen Beitrag über Kinderimpro von Detlev Schmidt. Insgesamt denken wir gerne an diese Meisterschaft zurück und sind mit einem guten Kick nach Hause gefahren.

Viele Grüße und einen schönen Sommer wünscht euch
Bernd Witte

 

ANLAGE 2 / Hottenlotten!

Ein Blick zurück auf den Ruhr-Cup. Am 9.4.2000 ging er an die Tasmanischen Teufel aus Lünen.
Bei einem Rückblick mit (fast) allen 12 teilnehmenden Gruppen auf dieses größere Irnproereignis gab es im wesentlichen folgende Ergebnisse, die für Planungen ähnlicher Ereignisse oder überhaupt Matches bedenkenswert sind'

Es mangelte an kompetenten Schiedsrichtern. Am Anfang der Spiele hatte es eine Einführung in die wichtigsten Zeichen des angefranzösischten Schiedsrichters gegeben. Dass ein solcher Abend aus einem Impro-Spieler noch keinen guten Impro-Schiri macht, zeigte sich dann im Lauf des Cups mehr oder ,weniger stark und schmerzhaft.

Es gab Diskussionen darüber, ob man solche Entscheidungsspiele vielleicht grundsätzlich auf neutralem Terrain austragen sollte (solche Vorschläge gab es ja auch im Zusammenhang mit der DM); dagegen spricht, dass das ohnehin nicht zu allen Spielorten eifrig rennende Publikum zu zwei fremden Mannschaften vielleicht nach wenigen gehen würde.

Im Zusammenhang mit diesen Vorschlägen steht das Konkurrenzdenken, das sich für einige Teilnehmer unangenehm bemerkbar machte. Nicht immer war der Umgang der Gruppen miteinander als besonders fair und freundschaftlich empfunden worden.

Schließlich wurde diskutiert, wie die Organisation eines solchen Cups aussehen könnte wenn er wiederholt werden sollte, da die jetzige Organisation als gleichzeitig zu straff (relativ verbindlicher Matchablauf) und zu locker (keine zugeteilten Termine, Schiris, Spielorte) empfunden wurde.

Diese Diskussion erwies sich dann aber als rein hypothetisch, da die Gruppen erst mal keinen Ruhr-Cup mehr ausspielen wollen.

Die ganze Mühe hat sich aber insofern doch gelohnt, als dass mal wieder mehr der ziemlich dicht gesiedelten Ruhrgebiets-Impro-Gruppen miteinander ins Gespräch gekommen sind und die Matches auch Spaß gemacht haben.

Eure Hottenlotten!

 

ANLAGE 3 / NECKAR WERKE

Liebe Impro-Kollegen/innen,

zunächst einmal vielen Dank an alle lmpro-Teams, die das letzte Jahr bei uns waren oder uns zu sich einluden. Seit unserem letzten Rundbrief-Beitrag hat sich bei uns wieder einiges getan - allerdings nicht immer nur Angenehmes. Manchem von Euch ist es bekanntermaßen schon bis ans Ohr vorgedrungen, die Anderen erfahren es jetzt.
Im vorherigen Rundbrief habt ihr erfahren können, daß es in Stuttgart eine neue Improgruppe geben soll: die Gruppe ‚WildWechsel'. Nun gibt es somit neben den ‚Neckar Werken', dem ‚Grinsverkehr' und einer aus meinem lmprokurs entstandenen Freizeitgruppe also noch diese Gruppe. Aber nach wie vor sind wir die einzigen in Stuttgart mit einer Theatersport-Lizenz. (zumindest meines Wissens)
Unsere Gruppe hat sich also in der Vergangenheit sehr dezimiert, was nicht zuletzt auf verschiedene Konflikte untereinander und deren Aufdeckung in unserer Supervision, die wir Ende 1999 begonnen haben, zurückzuführen ist.
Bislang mußten wir noch keine Show deswegen absagen, jedoch hat die Qualität zum Teil doch unter den internen Problemen gelitten. Auch aus Personalnot mußten wir einmal unser Eigenmatch (Wir gegen uns) von 6 Spieler auf 4 (2 gegen 2) reduzieren, was aber erstaunlich viel Spaß brachte und gut funktionierte (Plötzlich fallen einem wieder längst vergrabene 2er Spiele ein).
Trotzdem können wir auf jeden Fall nach vorne blicken und optimistisch sein, denn unser Spielort für Matche und Eigenmatche, das Kulturwerk NaOst ist seit einiger Zeit immer ausverkauft; bis auf eine Ausnahme: das letzte Match der Spielzeit war durch einen extrem warmen (Biergarten-)Abend nicht so gut besucht. Also: wer immer Lust hat und den Weg nach Stuttgart nicht scheut ist eingeladen, mit uns ein Match auszutragen.

Seit geraumer Zeit hat sich die ohnehin vorhandene Zusammenarbeit zwischen Drama Light und uns intensiviert. So haben wir im Herbst ‚99 zwei hervorragende Workshops gemeinsam veranstaltet; erstens in Stuttgart einen Kurs mit Brian Lohmann (Musik-Workshop), zweitens in Heidelberg einen mit Tracy Burns; beide sind übrigens sehr zu empfehlen.
Darüber hinaus planen wir für das zweite Halbjahr 2000 regelmäßig stattfindende Matche zwischen DramaLight und Neckar-Werke.

Zum Schluß noch einige Worte zur Meisterschaft in Nürnberg:
Zuvörderst und mit allem Nachdruck einen riesigen Dank an Sigi, Thomas und Verena - neben den vielen anderen Helfern - aus Nürnberg. Ihr habt Euch wirklich viel Mühe gegeben, die sich gelohnt hat. Das Mischkonzept aus unterschiedlichen Wettbewerben und die Auflösung des K.O.-Systems hat die Meisterschaft m.E. deutlich entschärft, wobei sich natürlich eine gewisse Konkurrenz nie ganz ausschließen läßt. Was zusätzlich die Verkrampfung auf der DM entschärft hat, war die Renegade-Show. Diese hat durch die bewußte Ungerechtigkeit, durch die verrückten und sehr unterhaltsamen Spiele, und durch die Teammischung von Profis und absoluten Laien viel zur lockereren Haltung beigetragen. Dank an Drama Light und alle, die mit viel Spaß sich dem "Hundeleben" ausgesetzt haben.
Als einer von zwei Schiedsrichtern habe ich diesmal einen Weg gewählt, der bewußt einen Versuch darstellte, mich sehr auf die eigentliche Aufgabe - nämlich vollkommen unparteiisch zu richten und den Schauspieler/innen nicht die Show zu stehlen - zu konzentrieren. Daß dabei meine Präsentation bisweilen etwas steif wirkte, mußte und wollte ich in Kauf nehmen. Es gab ja Stimmen (leider fast keine direkt zu mir), die beklagten, daß meine Art den Matchen positive Energie entzogen hätte. Dazu kann ich nur sagen: erstens war mein Schieri ein Versuch, der bewußt anders sein sollte als die immer noch vorhandenen Klamauk-Schieris, zweitens waren trotz (oder gar wegen?) der gewissen Sprödigkeit hohe Punktzahlen und gute Stimmungen bei mir durchaus keine Seltenheit. Ich habe sogar durch meine tendenziös-unnahbare Figur den Teams gegenüber einen Sympathiezuwachs gespürt. Nun, trotz allem steht diese Art Schieri natürlich zur Disposition und zur Diskussion!

Soviel aus dem sonnigen Süden, aus Stuttgart.

Mit kollegialen Grüßen von Reinhold ‚Ray' Karrer und Martin Lutterbeck, und stellvertretend für alle anderen Neckar Werkler

. . .
»Nachwuchs fördern, miteinander spielen – Impuls-Theater-Verlag«
Impuls-Theater-Verlag
20. November 2017, 04:36 Uhr
info@theaterverlag.eu
http://theaterverlag.eu/34.Improliga_Rundbrief.html?lc%5Bitem%5D=2000-2&PHPSESSID=f3b697a49f013cc4ce221d56506b3521
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